Zu Besuch im Thüringer Landtag

Die politischen Diskussionen zu aktuellen Themen machen auch vor den Klassenzimmern nicht halt. So sind auch bei uns immer wieder ältere Schüler zu beobachten, die die Frühstückspause nutzen, um über politische Themen zu diskutieren, von denen sie in den Medien oder in der Familie gehört haben. Doch wo und wie genau arbeiten Politiker überhaupt? Wie wird man Politiker? Und was bedeutet der Begriff „Demokratie“? Diesen Fragen sind die Schüler der Klasse 4a vergangenen Mittwoch im Rahmen des Heimat- und Sachkundeunterrichts zum Thema „Unser Bundesland Thüringen“ nachgegangen. So machten sie sich mit Bus und Bahn auf nach Erfurt. Nach einem kurzen Zwischenstopp auf dem Domplatz sowie Fischmarkt, um die Sehenswürdigkeiten unserer Landeshauptstadt zu erkunden, ging es weiter zum Thüringer Landtag. 

Dort empfing uns Frau Schneider vom Besucherdienst, die allen Kindern nach einer kurzen Einführung ihren Besucherausweis überreichte. Anschließend ging es auf in den großen, aus den Medien bekannten Plenarsaal des Thüringer Landtags.

Im Plenarsaal durften unsere Viertklässler die Plätze der Abgeordneten unserer aktuellen Thüringer Landesregierung einnehmen. Ähnlich wie im Klassenzimmer gibt es dort eine feste Sitzordnung. Die Kinder konnten anhand der Tischordnung praktisch nachvollziehen, dass Abgeordnete der gleichen Fraktion zusammensitzen. Auch die unterschiedliche Anzahl der Sitzplätze, die sich nach dem Anteil der erhaltenen Stimmen bei der Wahl richtet, fiel den Kindern auf. Dabei wurden auch der Ablauf einer Wahl und die Grundregeln einer Demokratie auf kindgerechte Weise besprochen.

Doch für die Landtagssitzungen, die an zwei bis drei aufeinanderfolgenden Tagen einmal pro Monat stattfinden, braucht es neben den Abgeordneten auch noch einen Landtagspräsidenten mit Gehilfen, den Ministerpräsidenten, die Minister für verschiedene Lebensbereiche und die Juristen. Ziel der Sitzungen ist es, über Gesetzesentwürfe zu diskutieren und abzustimmen.

Nachdem die Theorie klar war, durften sich nun auch die Kinder praktisch ausprobieren. Eni als Landtagspräsidentin eröffnete mit ihren Gehilfen Jady und Frida die Landtagssitzung. In dieser Sitzung sollte es um den Gesetzesentwurf zur Verlängerung der Sommerferien auf 12 Wochen gehen. Jedes Kind durfte als Abgeordneter aufs Podium steigen, seine Meinung äußern und diese mit Argumenten belegen. Während „mehr Freizeit“ und „Erholung“ für eine Verlängerung der Ferien sprachen, konnten andere mit „der Wichtigkeit der Bildung“, „der hohen Vergessensrate“ und „Stofffülle“ dagegen argumentieren. Im Anschluss wurde öffentlich gegen die Verlängerung abgestimmt. 

Nach der anstrengenden politischen Debatte hatten sich die Schüler eine Verschnaufpause in der hauseigenen Kantine verdient. Zum Abschluss gab es ein kostenloses Mittagessen für die gesamte Klasse.

 

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