Karibik, Cocktails und Mathematik

Am Donnerstag vor den Halbjahreszeugnissen duftete der Schulflur nach Früchten und es schallten karibische Klänge aus dem Raum der Klasse 4a. Die Kinder veranstalteten eine Kindercocktailparty.

Doch was sich entspannt und genussvoll anhört, war im Vorfeld mit viel Arbeit und Lernen in den vorangegangenen Mathematikstunden verbunden. 

Zu Beginn der Unterrichtseinheit zum Thema „ Rauminhalte – Volumen“ bekamen die Schüler die Aufgabe, aus einer Auswahl an verschiedenen Gläsern das zweitgrößte Glas zu finden. Doch richtige Messinstrumente durften vorerst noch nicht benutzt werden, sodass die Kinder eigene Lösungsstrategien in ihren Gruppen zunächst entwickeln und dann praktisch ausprobieren mussten. Durch das Umschütten der randvoll gefüllten Gläser oder Markierungen auf einem Plastikbecher näherten sie sich experimentell der Lösung. 

Beim Vergleich mit ihren vorherigen Vermutungen bemerkten die Kinder, dass der Rauminhalt eines Gefäßes von verschiedenen Komponenten, wie der Form, dem Durchmesser und der Höhe des Gefäßes abhängt, und sich nicht immer eindeutig mit Augenmaß vergleichen lässt.

In der darauffolgenden Stunde wurde der Rauminhalt des zweitgrößten Glases mithilfe eines Messinstrumentes – einem Löffel – gemessen. Doch jede Gruppe bekam ein anderes Unikat. Während einige Gruppen mit großen Kochlöffeln ausgestattet wurden und recht schnell die Anzahl der Wasserlöffel, die in das Glas passen, bestimmen konnten, mussten andere Gruppen beim Auszählen mit Puppen- oder Teelöffeln deutlich geduldiger sein. Schnell fielen den Schülern die sehr stark abweichenden Löffelanzahlen auf, sodass der Löffel als Messinstrument ausschied.

Ein Messbecher mit Liter- und Milliliterangaben musste her. Nach Erkundung der hauseigenen Messbecher bekamen die Kinder die Gelegenheit, das Volumen verschiedener Alltagsgegenstände zunächst zu schätzen und anschließend mit ihrem Messbecher genau nachzumessen.

Nach den praktischen Stunden wurde dann das Vergleichen, das Umrechnen und Schätzen von Liter- bzw. Milliliterangaben bei der Bearbeitung von Angeboten weiter trainiert.

In Vorbereitung auf die angekündigte Cocktailparty suchten sich die Kinder einen Kindercocktail aus einer kleinen vorgegebenen Auswahl von Cocktails zunächst aus und mussten anschließend die notwendigen Flüssigkeitsmengen und Preise für die gesamte Klasse berechnen, um den Einkauf vorzubereiten.

In der letzten Stunde war es dann endlich soweit. Die Kinder konnten die einzelnen Flüssigkeiten für ihren Cocktail abmessen und diese mit Eis unter Verwendung eines Mixers verrühren. Neben fruchtigen Cocktails gab es noch kleine selbstgemachte Obstspieße und karibische Musik, die die Kindercocktailparty abrundeten. 

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